Zum Abschied: Ein Szenario

Liebe Leser,

wie Sie gemerkt haben, ist auf diesen Seiten in den vergangenen Wochen wenig bis gar nichts los gewesen. Es blieb mir - neben Beruf, Familie und Fellowship - einfach keine Zeit, mich dem US-Wahlkampf zu widmen. Ich werde leider auch in Zukunft nicht die Ruhe finden, mich als Autor mit dem Land der unbegrenzten Unmöglichkeiten zu beschäftigen.

Bevor ich mich aber ins digitale Nirwana verabschiede, möchte ich an dieser Stelle noch einen Tipp wagen:

  • Mitt Romney setzt sich schnell als Kandidat der Republikaner durch.
  • Romney wird – unterstützt von zahlreichen Super PACs wie American Crossroads – sehr früh das Wahlkampffeuer auf Obama eröffnen – mit denselben Botschaften, die er auch schon im Vorwahlkampf repetiert hat:

Obama ist kein Leader, er ist zu intellektuell, zu abgehoben, zu zögerlich, um die Probleme der Menschen zu verstehen und zu lösen.

Obama ist out of the American mainstream mit seinem euro-sozialistischen Kurs.

Obama hat zu viele Dinge versprochen, die er nicht halten konnte (z.B. Millionen neuer Jobs). Romney wird deshalb, wie damals Reagan, ganz simpel fragen: “Are you better off than four years ago?”

Ich, Mitt Romney, weiß, wie man Jobs schafft. Ich war ein effektiver Manager – in der Wirtschaft, im Sport, in der Politik.

Ich, Mitt Romney, führe Amerika zurück auf den Pfad der Tugend. Diese Tugend heißt: American values, kurzum: die amerikanische Erzählung vom Glück des Einzelnen und vom Unglück des staatlichen Handels.

  • Romney wird knapp gegen Obama verlieren. Allerdings wird der neue, alte Präsident gegen eine republikanische Mehrheit in House und Senate regieren müssen.

Vier Jahre der politischen Stagnation könnten folgen… Eine düstere Aussicht auf ein Land, das den gesellschaftlichen Kitt und eine selbstbewusste Mittelschicht verliert. Ein Kitt, der da heißt: The pursuit of happiness (and economic progress) for everyone.


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